Montag, 3. März 2008

Thailand - Malaysien - Singapur Trip Teil 4:

Kuala Lumpur

Ich habe nun die Freude, euch den Teil der Reise vorzustellen, der mir am besten gefallen hat: Kuala Lumpur.
So "unbegeistert" (um es mal vorsichtig auszudrücken) ich auch zuerst von Malaysien nach unserem Butterworth-Busabenteuer war, so schnell schlug meine Stimmung um, als wir Kuala Lumpur erreichten.
Das lag sicher auch zu einem Großteil daran, dass die organisatorischen Dinge in Kuala Lumpur gut liefen.
Es gibt zum Beispiel ein ziemlich gutes öffentliches Verkehrssystem - es ist zwar ein bisschen kompliziert, weil es fünf verschiedene Transportarten gibt - Skytrain, Monorail (auch oberhalb), eine andere Skytrain-Art, U-Bahn, und noch eine andere Alternative zur U-Bahn, auch underground... und natürlich gibt es keine Kombi-Tickets, sondern man muss sich für jede Bahn eine neue Karte ausdrucken. ABER: dafür ergibt das ein relativ dichtes Netz, und man kommt eigentlich überall hin. Das war ja im Gegensatz zu Bangkok schon eine riesige Verbesserung.
Außerdem war unser Quartier einfach cool - im Prinzip eine Zwei-Etagen-Wohnung, mitten in der Stadt, im Colonial District, gleich in der Nähe einer U-Bahn/Skytrain-Station und praktisch gleich neben China-Town. Die Zimmer waren eher klein und fensterlos, und die versprochene Aircondition war ein Ventilator in der Wand und eine Klimaanlage am Gang. Aber es war eigentlich nicht so besonders heiß, nett eingerichtet (es gab auch ein "Wohnzimmer" mit Fernseher und gemütlicher Couch), alles war sauber, und es gab sogar gratis Kaffee und Cornflakes. Aber eigentlich war die Lage des Hostels das beste daran.

Kuala Lumpur hat mir aber auch deshalb gefallen, weil man da auf der Straße einfach wirklich alle möglichen Leute sieht, es ist total multi-kulti. Hindus, Moslems, völlig verschleierte Frauen direkt neben sehr offenherzig bekleideten Asiatinnen, Frauen in Saris, Westerners.... obwohl mir nirgends besonders viele Touristen aufgefallen wären, außer bei den Touristenzentren. Und die Leute sind überall eigentlich sehr freundlich, sprechen um einiges besser englisch als in Thailand, und - was besonders wichtig ist: man wird einfach nicht so dermaßen aggressiv von Verkäufern umworben, wie in Thailand.

Naja, nachdem wir schließlich nach unserer anstrengenden Nacht doch noch in Kuala Lumpur ankamen, um etwa 9-10 vormittags, suchten wir uns zuerst unser Quartier.

Im Reiseführer wurden wir vor den malaysischen Taxifahrern gewarnt, die - "ganz im Gegensatz zu den thailändischen" - echte Halsabschneider sein sollten, nie mit Taxometer fahren wollen würden und völlig überteuerte Preise verlangen würden. Da wir aber eigentlich schon einen recht schlechten Eindruck von den thailändischen Taxifahrern hatten, wurde uns angesichts dieser düsteren Prophezeihungen des Lonely Planets schon ganz anders, und so stiegen wir schon gewappnet mit Prise gesunden Misstrauens aus dem Bus aus. Und tatsächlich - kaum waren wir auf der Straße, gab es schon von mehreren Seiten Angebote, uns für 30 Ringgit (~6€... eigentlich ja nicht besonders viel) zu unserem Hotel zu fahren. Wir lachten sie nur aus und drehten uns um, da der Preis ganz offensichtlich ein Verbrechen war (unsere Unterkunft war nur ein paar Straßen weiter, das wussten wir), da fielen die Angebote prompt auf 20 Ringgit. :P Wir beschlossen allerdings, auf eigene Faust mit den Öffis zu unserem Hostel zu kommen, was sich als relativ einfach und dodelsicher erwies. Das Motto der Taxler war aber somit klar: Siehst du Touristen, verlang gleich mal das doppelte. Entweder sie sind blöd genug es zu zahlen, dann freu dich, oder sie handeln dich auf die Hälfte runter, freuen sich, und du machst noch immer genug Gewinn.

Da wir fast direkt im Colonial District wohnten, lag es nahe, erst einmal die historischen Bauten und die anderen Sights dort zu besichtigen - den alten Bahnhof, daneben die Nationalmoschee (die allerdings nicht geöffnet hatte), den Merdeka Square (an dem das Rathaus und einige alte Gebäude im Kolonialstil liegen), und dann den ältesten Hindu-Tempel KLs.

Der alte Bahnhof...


... das Minarett der Nationalmoschee, daneben der Hindu-Tempel...


... und der Merdeka-Square.


Eine der Hauptattraktionen in KL sind natürlich die Petronas Twin Towers, die höchsten Zwillingstürme der Welt. Diese beiden Türme kann man allerdings am besten sehen, wenn man auf den Menara Kuala Lumpur, den Stadtturm KLs, hinauffährt. Das war unser nächster Plan.

Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten und einem seeeeehr anstrengenden Fußmarsch (es war immerhin schon Nachmittag, und die Nacht zuvor eher schlaflos, außerdem war es wirklich ein schönes Stück zu Fuß!) erreichten wir den Menara Kuala Lumpur. Mit 421 Meters Höhe hat man von diesem Fernseh- und Sendeturm wirklich eine schöne Aussicht auf die Twin Towers. Das wirklich tolle daran ist auch, dass man beim Stadtturm bis ganz rauf fahren darf, bei den Twin Towers darf man ja nur bis zur Brücke, die ja etwa auf halber Höhe liegt.

Am Abend stand noch ein bisschen Chinatown auf dem Programm - enge Straßen, voll mit Standln, die eigentlich alle das selbe verkaufen: Uhren ("Markenuhren"), Schmuck, Markenkleidung ("Markenkleidung"), Taschen, Schuhe, ab und zu ein Standl mit chinesischen Gewändern oder Computerspielen. Das war dann eh schon genug für diesen Abend, und ich glaub, alle waren froh, als wir endlich daheim waren.

Am nächsten Tag in der Früh gings zu den Twin Towers - ein (bis zur obersten Spitze) 452m hohes Gebäude. Der höchste für Touristen zugängliche Punkt ist die Skybridge zwischen den beiden Türmen im 41./42. Stock. Der Eintritt ist gratis, allerdings gibt es nur ein gewisses Kontingent an Tickets pro Tag, das heißt - früh aufstehen, wer auf die Skybridge hinauf will! Als wir hinkamen, war es schon etwas später, und wir bekamen Tickets für etwa 12 Uhr. In der Zwischenzeit gönnten wir uns ein Frühstück und spazierten etwas im KLCC Park, direkt vor den Twin Towers:

Dann war es endlich soweit, und wir konnten auf die Skybridge hinauf - in einem sehr alten, wenig attraktiven Lift, und nicht ohne zuvor noch einen Werbefilm über Petronas, die halb-staatliche malaysische Erdöl-Gesellschaft gesehen zu haben. :)

Aber seis drum, der Blick von oben entschädigt für so einiges!

Am Nachmittag gings mit dem Bus an den Stadtrand, zu den Batu Caves: das sind Höhlen in einem Kalkstein"berg" oder -"hügel", und die größte davon beherbergt einen Hindu-Schrein. Gerade kurz bevor wir nach KL gekommen sind, war dort ein riesiges Hindu-Festival, mit Männern, die mit Eisenhaken im Rücken riesige Gefährte ziehen und allem Drum und Dran. Zur Haupthöhle führen 272 Stufen hinauf.... angesichts der Hitze nicht gerade ein lustiger Marsch hinauf!

Aber die Höhle ist wirklich riesig und sehr schön, abgesehen von den Müllbergen, die überall herumliegen... beim Hinausgehen wurde klar, warum es nicht möglich war, oder nicht sinnvoll, Mistkübel aufzustellen: Affen bevölkern den Berg, und die schnappen sich alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Sie können aus Flaschen und Dosen trinken und Eis am Staberl essen, und werden sehr unfreundlich, wenn man ihnen etwas wieder wegnehmen will, das sie vorher bekommen haben!


Am Abend stand noch ein bisschen Bummel durch den größen IT-Store KLs auf dem Programm - etwa 8 Stockwerke nur Computerkram!

Der letzte Tag in KL fing mit Moscheen an - zuerst die Masjid Jamek, eine Moschee fast direkt neben unserem Hostel. Schöner Bau, allerdings musste ich mich verhüllen - eine lange Hose und bedeckte Schultern reichten nicht aus, um KEIN Verlangen in eventuell anwesenden Männern zu wecken, nein, ich brauchte einen tollen blauen Umhang und ein Kopftuch. Na toll. Und irre heiß... schließlich waren wir schon fast am Äquator! Aber was solls, hilft nichts. Also, mein look:


Die Moschee selbst war ziemlich hübsch, heller Stein, schön verzierte Säulen, ein netter Garten rund herum, eine von Säulen gestützte offene Halle, die als Vorraum zum Betsaal diente. Und gleich danach gings in die Nationalmoschee, die diesmal offen war. Auch dort musste ich mich in einen Umhang hüllen, diesmal ein Kapuzenmantel in stylischem Lila.


Weiter gings - vor hatten wir, den Bird Park bzw den Orchid Park auf einem Hügel gleich neben der Nationalmoschee zu besuchen. Dazwischen kam uns ein Planetarium mit einem Raumfahrtsmuseum (das auf eine irre Temperatur heruntergekühlt war - draußen hatte es an die 35°, drinnen sicher nicht über 15-16°!), in das wir auch hineingingen.

Stefan fand eine ganze Menge schöner Spielsachen, unter anderem einen Astronauten-Schalensitz :) Und ein Schild, das vor wilden Affen auf der Straße warnte, fanden wir auch!

Den Bird Park ließen wir schließlich aus, denn der Eintrittspreis von rund 10€ für Touristen (gegenüber einem Preis von etwa 2€ für Malaysier) schreckte uns dann doch ab. Dafür besuchten wir den Orchid Park und den Hibiscus Park.

Das war auch schon das letzte, was wir in Kuala Lumpur unternahmen - danach kehrten wir zum Hostel zurück, duschten noch einmal (gratis, und wir bekamen sogar noch Handtücher vom Hostel zur Verfügung gestellt! So kanns auch gehen!), und dann gings ab zum Bahnhof, und im Schlafwagen nach Singapur.

5 Kommentare:

kathi-sister hat gesagt…

wow, die nationalmoschee schaut aber modern und aufpoliert aus! in australien hab ich in sydney auch mal ne moschee besucht, die war eher auf "old style" gmacht *gg*

kathi-sister hat gesagt…

hey, ihr solltet lieber schaun dass ihr diese reise fertig kriegt bevors an die nächste geht *gg*

franzi hat gesagt…

wow,in so nem astronauten-dingens würd ich auch mal gern hockn

Anonym hat gesagt…

"markenschuhe"*gg*

franzi hat gesagt…

ich entschuldige mich dafür,erst so spät reinzuschaun...
P.S.:hab vorher namen vergessen,anonym bin i*gg*