Donnerstag, 21. Februar 2008


Thailand-Malaysien-Singapur Trip


Teil 3: Butterworth/ Penang


Das kleine Städtchen Butterworth dürfte den meisten von euch unbekannt sein, so wie auch uns, bevor wir diese Reise in Angriff genommen haben; der Grund, warum dort Halt gemacht wird, ist ganz einfach, dass man dort umsteigen muss, wenn man von Bangkok Richtung Kuala Lumpur unterwegs ist. :)

Wir sind also am Abend des 8. Februars mit der Fähre von Ko Samui wieder zurück aufs Festland gefahren, und haben dabei einen wunderschönen Sonnenuntergang genossen.


Dann gings mit dem Bus nach Surat Thani, wo wir uns in der Nähe des Bahnhofs ein ziemlich original thailändisches Abendessen gönnten - mit Plastiktischen und -sesseln direkt neben der Straße, und in Gesellschaft zweier streunender Hunde. :) Aber das Essen war recht gut!

Der Nachtzug, mit dem wir von Surat Thani nach Butterworth fuhren, war meiner Meinung nach wirklich bequem, ich brauche allerdings längenmäßig nie viel Platz beim Schlafen. Stefan und Chris waren schon weniger begeistert, weil sie sich kaum ausstrecken konnten. Aber wenigstens war das Bettzeug bei uns noch frisch, weil am nächsten Morgen hat der Schaffner, als er das obere Bett wieder einklappte, die Betttücher kurzerhand einmal gewendet und wieder überzogen...

In Butterworth selber gibt es nicht viel, außer eben einen Bahnhof und einen Busbahnhof, auf dem wir uns dann gleich Bustickets für nächsten Abend nach Kuala Lumpur bei einem etwas dubios wirkenden Busunternehmen kauften (wir hatten keine andere Wahl, wegen chinesischem Neujahr waren nicht nur die Züge, sondern auch schon ziemlich alle Busse komplett ausgebucht!)
Dann gings mit der Fähre nach Penang, eine Insel, die bei Butterworth an der Küste liegt (es gibt auch eine ziemlich lange Brücke - 13.5km lang, aber die war erst in einiger Entfernung). Die größte Stadt dort ist Georgetown, und dort hatten wir uns ein Quartier gesucht.

Das Quartier.
Die Zimmer waren im Prinzip Pferdeboxen - bis auf einen halben Meter breiten Streifen an der Vorderfront nahmen Holzpritschen mit dünnen Schaumstoff-"Matratzen" den verfügbaren Platz ein. Die Tür war ganz im Stil von Pferdeställen mit so großen Metallstäben vergittert und zum Schieben, und alles war aus rohem Holz. Allgemein macht das "Hostel" den Eindruck eines Stalles - nur dass das Ganze im ersten Stock ist, lässt einen an der vorhergehenden Nutzung zweifeln. Die Besitzerin des Hostels war eine sehr geschäftstüchtige Frau - das Preis-Leistungsverhältnis war definitiv zu ihrem Vorteil. (Am Abend der Weiterreise hat sie uns noch mal duschen lassen - 2 Ringgit (0.50€) pro Person extra für die Wasserkosten, die wir ihr verursachen. Ist ja nicht viel, aber prinzipiell...) :P Wir haben leider keine Fotos von den Zimmern selbst, nur von außerhalb:

Wir haben dann Georgetown ein bisschen erkundet - es gibt einige Hinterlassenschaften der Briten, die die Insel eingenommen hatten, und sie gegen die Portugiesen am malaysischen Festland verteidigen mussten: ein Fort namens Cornwallis, das an der Uferpromenade liegt, und einige offizielle Bauten in europäischem Stil. Der Abend endete mit einem gemütlichem Kartenspiel im Hostel, da wir doch (ich zumindest) schon ziemlich müde waren.


Am nächsten Tag sind wir dann zum Penang Hill gefahren - der größte Hügel/Berg auf einer so kleinen Insel angeblich, mit über 800 Metern. Es gibt eine Standseilbahn zum Hinauffahren, weil der Fußmarsch zwischen 2 und 4 Stunden dauert. Als wir hinkamen, bekamen wir nur mehr Tickets für Nachmittag, darum beschlossen wir, zuerst den Kek Lok Si Tempel in der Nähe zu besichtigen.
Dieser buddhistische Tempel befindet sich inmitten einer ziemlich großen Anlage, die am Hang liegt. Wegen des chinesischen Neujahrsfest waren überall Lampions, und in dem Teil ohne Eintritt auch ziemlich viele Leute. Zur Anlage selbst konnte man entweder außen rum am Berg gehen, oder durch einen Markt, der sich (netterweise überdacht, weil es war drückend heiß) so am Berg hinauf schlängelte. In dem Tempelbezirk gibt es einen Turm, von dem aus man eine wirklich schöne Aussicht hat.



Danach war es eh schon Zeit für die Seilbahn. In einem sehr gemütlichen Tempo geht es steil den Berg hinauf. Zwischen Tal- und Bergstation gab es einen eklatanten Temperaturunterschied - ich hätte niemals erwartet, dass es dort oben so angenehm kühl sein kann, wo es unten in der Stadt einfach so unglaublich heiß war. Wir hatten noch einiges an Zeit, also beschlossen wir einfach, ein kurzes Kartenspiel zu starten und die Aussicht und die Temperaturen oben zu genießen.

Um sechs marschierten wir dann wieder zur Seilbahn, und waren froh, dass wir so viel Puffer hatten, weil dort schon einige Leute auf die Talfahrt warteten. Es ging dann aber doch schneller als erwartet, und wir hatten sogar noch Zeit, uns in unserem Hostel zu duschen. :P
Da wussten wir noch nicht, dass uns noch eine lange Nacht bevorstehen würde...

Wir kamen also beim Busbahnhof an, und meldeten uns erst mal bei den Counter (malaysisch: Kaunter :P) unseres Busunternehmens. Warten, hieß es, so wie eine ganze Menge anderer Leute. Wir sahen eigentlich kaum Touristen, sondern hauptsächlich andere Einheimische rund um uns auf die Busse warten. Grundsätzlich war dieser Busbahnhof die reinste Katastrophe - es war komplett zugemüllt, überall lag Mist herum, es war gesteckt voll, unglaublich heiß und jeder schrie wie wild durch die Gegend. Unser Bus hätte um 12 gehen sollen, um dreiviertel 12 waren wir, wie bestellt, dort gewesen.
Naja, wir warteten. Und warteten.
Es ging 12 vorbei, es ging halb eins vorbei. Auf unsere gelegentlichen Fragen bekamen wir immer nur die Antwort "Please wait there, the Bus will come soon."
Nach einiger Zeit erfuhren wir dann, dass der Bus angeblich aus Kuala Lumpur kam, und im Stau steckte. Geschätzte Ankunft in Butterworth: unbekannt.
Die Zeit verstrich... Nach 2-3 Stunden fingen dann manche Leute an, ihre Tickets zurückzugeben und ihr Geld zurückzufordern. Zu diesem Zeitpunkt war der Busbahnhof schon relativ leer, nur von Zeit zu Zeit kamen irgendwelche Leute, schrien irgendetwas auf malaysisch, und verschwanden dann mit kleinen Gruppen an Passagieren. Das ist natürlich etwas beunruhigend, da wir kein Ahnung gehabt haben, was da announced wurde. Da wir nicht wussten, was wir am besten tun sollten, warteten wir einfach weiter. :P

Martin bezog Stellung vor unserem Buskaunter, okkupierte einen davorstehenden Sessel und fragte in regelmäßigen Abständen (5-10 Minuten), ob es Neues gäbe, ob der Bus denn nicht bald käme, und was sie denn jetzt als Ersatzplan für uns vorgesehen hätten. Nach einiger Zeit reagierten sie nicht einmal mehr, wenn er oder wer von uns sie ansprachen, sie saßen einfach nur apathisch in ihrem Hüttl und versuchten, uns zu ignorieren.
Draußen kamen immer wieder Busse vorbei, die noch Restplätze frei hatten, und diese an den Höchstbietenden versteigerten. Aber es waren nie genug Plätze frei für uns alle vier, und sich aufteilen erschien uns als nicht besonders klug.



Irgendwann so um 5 herum wurden die in dem Bushüttl auf einmal aktiv - und immerhin waren wir die ersten, die dann erfuhren, dass ein Bus da wäre mit mehr als nur 1-2 Sitzplätzen. Dem Umstand war es zu verdanken, dass wir in dem Bus Plätze bekamen, grade noch, und endlich Richtung KL unterwegs waren. Der Bus hatte außen die Bezeichnung "Bas Eskola", also vermutlich "Schulbus", und war dementsprechend rudimentär eingerichtet, aber - egal, wir hatten endlich unseren Bus, und das war genug.
Mit etwas Verspätung, um etwa 9-halb 10 vormittags kamen wir schließlich in Kuala Lumpur an. Wohoooo! :P