Sonntag, 27. Januar 2008

Trip zum NTU Experimental Forest

Vom 8. bis 9. Dezember waren wir unterwegs, das Dorm hat einen Ausflug organisiert. Die Planung war gut, die Ausführung leider mäßig, somit hinterließ dieser trip etwas gemischte Gefühle.

Los gings am Samstag, geplant war in aller Frühe, geworden is es dann ein bissl später. Erstes Ziel war eine Führung durch eine (die) Brauerei in Puli, welche angeblich sehr bekannt und berühmt sein soll. Brauerei klingt immer toll, wir also in bester Laune. Leider hat die Anfahrt etwas länger gedauert, fast 1 Stunde länger sogar, aber das macht ja nix, Busfahren is ja auch lustig.


In Puli angekommen sind wir erst mal in die Verkaufsarea gelotst worden. Wir haben uns gedacht, wir müssen wohl noch auf unseren guide warten, haben uns also ein bisschen umgesehen, es gab vieles zu verkosten, lokale Leckereien, diverse Weine, etc. Ich habe mir 2 Flaschen Pflaumenwein gekauft, nach ausgiebiger Verkostung natürlich, mal will ja schließlich nix Schlechtes kaufen. Nach etwa 20 Minuten dann kommt unser Dorm-Verantwortlicher (Simon) daher. Wir lauschen andächtig, in der Hoffnung dass nun bald die Führung beginnt. Aber... dem war nicht so. Er hat uns vielmehr verkündet dass wir zum Bus gehen sollen, wir fahren weiter. Begründung: Wir sind in der Früh so spät weggefahren, und dann hats auch noch so lange gedauert, jetzt is keine Zeit mehr, wir müssen im Zeitplan bleiben.
Na toll. Wir waren etwas verärgert, wir wollten diese Führung wirklich sehen. Stattdessen haben wir nur den Verkaufsbereich = Touristenfalle gesehen. Und wir waren so kurz dort, dass ich kein einziges Foto gemacht habe. :-(

Wir stiegen also in den Bus ein, und warfen einen Blick auf unseren Zeitplan. Den hatte jeder bekommen, da stand alles genau aufgelistet, wann wir wo sein sollten, wie lange was dauert, etc. Na ja, duch den Wegfall der Brauerei waren wir wirklich wieder fast im Zeitplan, somit haben wir das akzeptiert, um der Planung willen, sei es halt so.

Nach einem mehr als magenstrapazierenden Mittagessen kam dann die nächste Überraschung. Simon hat uns im Bus eröffnet, dass sie sich eine spezielle Überraschung haben einfallen lassen. Wir würden jetzt auf einen Berg fahren, und dort kann dann jeder der will Paragleiten. Es gibt Trainer, die einen Huckepack mitnehmen, es kostet nicht viel und is der Mörderspaß. Ein verwunderter Blick auf unseren wirklich dicht gedrängten Zeitplan überzeugte uns davon, dass davon nichts am Papier steht, und der Zeitplan somit für die Katz is.
Auf dem Berge angekommen gings gleich wieder heiter weiter: Jeder der fliegen will muss sich bei Diane (der 2. Dorm-Verantwortlichen) einen Zettel holen, ihn unterschreiben und sich dann in einer Schlange anstellen. Tollerweise war Diane im anderen Bus, und hat während der Fahrt an ihre Leute schon die Zettel ausgeteilt, d.h., alle Leute aus unserem Bus (z.B. Martin) konnten sich schon mal als die allerletzten in der Schlange einreihen.
Jetzt waren wir halt an die 80 Leute, ein Großteil davon wollte fliegen. Es gab nur etwa 5 Trainer, und so ein Flug dauert doch ein ganzes Weilchen. Die Folgen waren absehbar...
Am Anfang war es noch ganz witzig, den Leuten beim Starten zuzusehen, vor allem, wenns wiedermal nicht geklappt hat und es einen in die Botanik gesteckt hat. Aber das macht halt auch nicht ewig Spaß...



Getröstet hat uns die tolle Aussicht auf irgendein Städtchen am Fuße des Berges, das Wetter war wunderschön, somit konnte man sich zumindest ins Gras sitzen und sich ein bißchen aufwärmen. Is ja auch nicht das Schlechteste an einem 8. Dezember. :-)




Nach etwa 2 Stunden, in denen wir zugeschaut haben wie einer nach dem anderen geflogen ist, wurde es dann doch etwas langweilig, und wir haben unseren Verantwortlichen unterbreitet, sie mögen doch schon mal einen Bus anfüllen, und die Leute zum Sun-Moon-Lake fahren, damit wir den noch bei Tageslicht sehen können. Man versprach uns sich darum zu kümmern, und hat uns daraufhin ignoriert, auch nach öfterem Nachfragen. Also haben wir weiterhin Fallschirme betrachtet.
Schließlich kam unseren Helden dann doch die Idee, dass wir mal weiterfahren sollten. Daher durften die letzten 15 Leute, die noch in der Schlange standen (alle aus unserm Bus halt, z.B. Martin), und seit fast 3 Stunden warteten, ihre Zettel in einen Topf werfen, und es wurden dann 4 Glückliche gezogen, die noch fliegen durften. Die anderen (z.B. Martin) waren sauer, half aber nix.
Tja, nachdem auch das abgewickelt war, fuhr mal ein Bus los. Natürlich nicht unserer, sondern der andere. Richtung Sun-Moon-Lake, wo wir vor 3 Stunden hätten sein sollen. Wir haben gewartet, auf eine die sich verflogen hat. Toll. Dafür konnten wir dann einen sehr schönen Sonnenuntergang betrachten. Leider hätten wir den am See sehen sollen und wollen, aber immerhin.



Schließlich tauchte auch die letzte Verflogene auf (sie war in der Stadt auf einem Hausdach gelandet), und wir fuhren an den See.
Dessen Boote konnten wir noch im Licht der Abenddämmerung betrachten, vom See selbst entging uns leider alles, denn... es war finster, stockfinster. Naja, shit happens, speziell wenn man 3 Stunden zu spät dran ist. Nichtsdestotrotz fuhren wir noch mit dem Boot über den See, um die schöne Schwärze des Wassers, die strahlende Schönheit des nicht erkennbaren Ufers und die schiere Endlosigkeit der tiefsten Nacht zu bewundern. Ein Zwischenstop bei einem (geschlossenen) Tempel, dessen Lichter allesamt abgedreht waren, konnte die allgemeine Laune ins schier unendliche anheben (die Fotos täuschen, das Licht kommt vom Blitz. Die Fotos sind unter größten Schwierigkeiten entstanden, weil man nur Finsternis anvisieren konnte, und erst unter Blitzlicht sehen konnte, ob man überhaupt in die richtige Richtung abgelichtet hatte).



Nach dieser erquicklichen Bootsfahrt sind wir noch in einem Supermarkt eingefallen (das Mittag- sowie Abendessen war schlicht und ergreifend zum Schbeiben, habe noch nie so etwas Grauenhaftes gesehen, gerochen und gekostet), haben ihn geplündert (sämtliche Snickers, Schokoriegel, Gebäck, Sandwiches, Chips-Sackerl, sowie ein Großteil der Wein-, Vodka- und Rumflaschen fielen uns zum Opfer) und sind dann frohlockend zurück in den Bus. Dieser Zeitpunkt der Reise wird bis dato als der beste Moment der Reise bis dahin angesehen.

Danach gings in unsere Absteige, einen Teil unseres Campus'. Klingt seltsam, ist es auch...
Kurzes Wissensupdate für nicht-NTU-ler: Unsere Uni, NTU, besitzt 1% der Staatsfläche Taiwans. Ein Großteil davon ist Wald und Berge, Teile davon werden als Naturschutzgebiet geführt, Teile werden bewirtschaftet. Wir waren im bewirtschafteten Teil. Dort ist ein Haus, mit vielen Schlafzimmern, einigen Seminarräumen/Vorlesungssälen, einer Ausspeisung und einem kleinen Tee-Museum.
Wir haben die Nacht bis in den frühen Morgen fröhlich zechend verbracht, unsere Alk-Vorräte geleert, und versucht, den verschi**enen Tag zu vergessen. Dieser Abend war das beste am ganzen Ausflug, und ehrlich gesagt wars der ganze Ausflug wert mitzufahren, nur wegen diesem Abend. War wirklich eine Gaudi!

Am nächsten Tag gings dann kurz in die Hügel, ein bissl Teeplantagen anschauen. Es ging wieder vieles schief, aber mich freuts nicht mehr das zu erzählen, sonst wirds zu lang... Das Wetter war auf jeden Fall traumhaft, hellster Sonnenschein, schön warm, über 25°, Anfang Dezember, so lässt sichs leben. :-)



Wir sind dann noch in den richtigen NTU Experimental Forest gefahren, der ist hergerichtet für Besucher, es gibt viele Wege zum Wandern, ein paar Teiche, mit tollen Brücken aus Bambus, einen Baumwipfelweg, ganz wie daheim, und generell einfach wunderschöne, tropisch anmutende Landschaft. War ein traumhaftes Erlebnis, vor allem auch weil das Wetter so fein war. Dieser Wald wird jährlich von über 1 Mio. Menschen besucht, ob er allerdings rentabel läuft weiß ich nicht. Spielt bei unserer Uni aber eh keine Rolle...



Tja, danach gings in den Bus, und heimwärts! Gottseidank haben wir kein Abendessen mehr bekommen (Mittagessen war noch schlimmer als am Tag vorher, ich hab keinen Bissen gegessen, sogar der Reis war mit kleinen Fischchen kontaminiert, es war zum Schbeiben, es war Horror, es hat alles übertroffen was mir je in meinem Leben unter der Rubrik "Essen" vorgesetzt wurde), und durften uns daher im heimatlichen McDonalds mit herrlich duftenden Cheeseburgern, fetttriefenden Pommes und haufenweise Ketchup den Magen nach den Strapazen der Vergangenheit wieder einrenken.

Fazit 1: Samstag war ein einziger Verhau. Der Abend war der Hammer. Sonntag war ganz ok. Gemischte Gefühle also...
Fazit 2: Auch wenn die Ziele eines Dorm-Trips noch so verlockend klingen ("Puli-Brauerei-Führung", "Sun-Moon-Lake Bootsfahrt",...), wir fahren nicht mehr mit. Die Dorm-Verantwortlichen sind einfach plan- und orientierungslos, sie meinen es zwar gut, aber... das reicht halt leider nicht.

3 Kommentare:

franz hat gesagt…

is auch ganzschön doof,zuerst alles verderben,weil sie sich an den zeitplan halten wollen,und dann alles verderben,weil sie sich NICHT an den zeitplan halten wollen.

franzi hat gesagt…

franzi,nicht franz,ups

Kathi Schwesterli hat gesagt…

hihi franz...
hey die fotos san absolut traumhaft!

wissts an was mi des erinnert? an den teil vom letzten star wars film, wos auf dem waldplaneten san. (mei zimmerko hat zweihnachten star wars 1-7 gschenkt griagt ;))

tja i bin ma jetzt ned sicher ob ihr schon unterwegs seid oder ned... wünsch euch jedenfalls viel spasss auf euren reisen. und wie gsagt, ihr schuldets ma a karte ;P