Mittwoch, 31. Oktober 2007

17 ppl Beef Noodle Tour

Auf diesen Ausflug hat uns Alicia eingeladen, die volunteerin vom Martin. Und mit ihr ist es immer die volle Gaudi, sie ist irgendwie nicht so das typische taiwanesische Mädel, sie redet lauter, ist weniger kindisch und "mädchenhaft" und kann ziemlich gutes Englisch.
Und sie nimmt immer alle möglichen Freunde von ihr mit; deswegen auch der Titel: 17 people, wobei nur Martin, Steffi und ich dabei waren (jetzt von uns Austauschstudenten, Stefan hatte leider ein ziemlich umfangreiches Paper zu schreiben und blieb daheim...); der Rest waren Freunde von ihr aus allen möglichen Lebensabschnitten.


Wir waren zum Mittagessen eingeladen bei ihrer Tante, die irgendwo relativ weit außerhalb in Taipei ein winziges Restaurant hat (so wie bei uns in der Food Lane, eine Garküche zur Straße hin und dahinter ein kleiner Raum zum Sitzen). Und da es dort die 牛 肉 麵 最 好 吃 在 台 灣(die besten Beef Noodles Taiwans! - laut Alicia) gibt, sind wir also zu 17t angerückt. Es gab dann nicht nur die Beef Noodles (was bedeutet, selbstgemachte Nudeln mit Rindfleischstückchen und Frühlingszwieberl in einer Suppe, und die war wirklich gut!), sondern als kleine Beilage auch noch die kleinen Fischerl, die man normal getrocknet bekommt, in einer scharfen Soße, sowie geschnittene Schweinsohren.




Ich hab mir gedacht, das muss man ja wohl kosten; noch dazu hat Steffi nach dem ersten Bissen behauptet, es schmeckt ja so ähnlich wie Schinken bei ihr zu Hause... naja; mein Stück schmeckte exakt so, wie ich mir Schweinsohr vorgestellt hatte: knorpelig, fleischig, hart - einfach EKLIG!!! Ich habs dann mit Müh und Not runtergewürgt und mit einem großen Schluck Suppe nachgespült... brrrrrr! Die Fischchen waren allerdings ganz gut, leider ein bisschen gar scharf.

Nach dem Essen gings dann über eine Brücke und dann einen Fluss entlang, der nicht mal ein Drittel seines Bachbettes ausfüllte. Alicia hatte ihren Hasen Harry mitgebracht - warum, das war uns bis zum Ende nicht klar, da der Arme die ganze Zeit in seinem winzigen Tragekorb saß und nur ein paarmal herausgelassen wurde, damit er an der Leine gehen möge - was er aber verweigerte. Deswegen brauchten wir auch einige Zeit, um zu unserem Ziel zu gelangen, da wir immer wieder pausierten, um zu sehen, ob Harry inzwischen lauffreudiger geworden war... da er aber einfach immer vor lauter Angst stocksteif dasaß und schnupperte, gab Alicia dann auf, es zu versuchen und ließ ihn in seinem Korb. Der übrigens die ganze Zeit von einem der Burschen, Henry, getragen wurde; und ein über 3kg-Hase hängt sich schon an mit der Zeit!




Wir besichtigten dann den Tzu-Sze-Tempel, ein vermutlich buddhistischer Tempel, dessen Besonderheit darin liegt, dass er nicht wie sonst meistens aus Holz, sondern aus Stein gebaut wurde. Es gibt jede Menge Steinmeißeleien, Säulen, und eine verschnörkelte Decke aus Gold. Die Atmosphäre ist jedoch wie immer, trotz dem mehr Ehrfurcht gebietenden Stein, viel lockerer und gemütlicher als in unseren Kirchen. Es riecht besser, weil überall Räucherstäbchen brennen, man traut sich mehr als nur zu flüstern, und durch den nicht überdachten Innenhof hallt es auch nicht so. Ich finde, solche Tempel sind viel lebensnaher und realistischer als eine Kirche, wo man sich kein Wort sagen traut und man Angst haben muss, dass man wegen zu kurzer Hose jemandes Ärger auf sich zieht.






Direkt anschließend gab es eine "alte Straße" (die angekündigte "old street", unter der wir uns vorher nichts vorstellen konnten), eine Straße mit alten Häusern, meist aus rotem Backstein, mit ganz vielen Geschäften, die "traditional handicraft things" verkaufen. Eine Berühmtheit der Gegend ist offenbar "Hörnchen" (Steffi's Ausdruck...^^), oder Kipferl, wie wir in Österreich sagen würden; und diese Hörnchen werden zB als Eistüte verwendet. Das mussten wir natürlich unbedingt kosten; außerdem hab ich mir eine Pflanze für mein Zimmer gekauft, ein winziges Töpfchen mit so ein paar grünen Stengeln drin, vielleicht mach ich mal ein Foto.
Entlang dieser Straße habe ich die meisten Chihuahuas bisher auf einen Haufen gesehen - wir kamen an mindestens 3 vorbei, die an der Leine gingen und jemandem gehörten, und bei einem Geschäft gab es 6 "erwachsene" Chihuahuas und einen kleinen, die da einfach so rumliefen und die Kundschaft anzogen ;)
Also, kleine Hunde sind hier definitiv mehr "in" als in Europa, so viele Chihuahuas, wie wir bisher gesehen haben...





Nachdem wir zu Alicias Tante zurückgekehrt waren, gabs noch eine tolle (süße) Nachspeise... rote Bohnen (so linsenartiges Zeug), eingelegt in eine bräunliche Suppe, mit Reisteigklumpen drin... alle stürzten sich drüber, als wär das das Beste, was sie jemals gegessen hätten, aber die Teigklumpen waren (so ähnlich wie Daifuku) kaum zu kauen, so elastisch waren sie, und die roten Bohnen haben auch immer einen eigenen Geschmack (die werden öfter verwendet in diversen Küchlein oder Keksen, aber so richtig überzeugt haben sie mich noch nie!). Es war... dubios. Aber da muss man halt in einem unbemerkten Moment sein Schüsserl unauffällig irgendwo ins Eck stellen und dann vorgeben, dass man schon fertig gegessen hat ;)

Zurück gings dann über den Highway mit einem Bus, was bedeutend schneller ging als bei der Hinfahrt (die dauerte über 2h, aber wir vertrödelten ziemlich viel Zeit mit Warten auf irgendwen und auf den Bus). Die Bushaltestelle, an der wir einstiegen, war ein Geheimtipp, denn da war weit und breit kein Busschild zu sehen - Alicias Cousine erklärte uns dann, dass man an dem Busschild der gegenüberliegenden Seite ja eh auf die Existenz der Bushaltestelle auf unserer Seite schließen könnte, aber ich hätte das Schild auf der anderen Straßenseite auch nicht gesehen, da das so klein und versteckt war... also keine Chance für Ausländer, da wieder heimzukommen! :)
Aber wir waren ja eh nicht allein unterwegs, und so sind wir ziemlich spät, um halb 10 abends, wieder bei Gongguan gelandet (die MRT-Station am Main Gate der NTU).